Die Geschichte hinter dem Café Nimmerland
Manchmal entstehen die schönsten Ideen aus den schwersten Zeiten.
Die Geschichte des Café Nimmerland begann nicht mit einem Businessplan oder einer großen Vision. Sie begann in einem Krankenhaus.
Als ich mit meinen Zwillingen schwanger war, musste ich aufgrund von Komplikationen schon früh stationär ins Krankenhaus. Von einem Tag auf den anderen war mein damals zweijähriger Sohn plötzlich allein mit seinem Papa. In dieser Zeit habe ich erlebt, was echte Freundschaft bedeutet. Meine engsten Freunde waren für meine Familie da, haben unterstützt, aufgefangen und geholfen, wo sie nur konnten.
Als meine Zwillinge schließlich viel zu früh auf die Welt kamen, wurde das Leben noch einmal auf den Kopf gestellt. Zu der Sorge um die beiden Frühchen kam eine schwere Wochenbettdepression. Wieder waren es dieselben Menschen, die mich getragen haben. Sie haben mir gezeigt, dass man die schwierigsten Momente nicht allein durchstehen muss.
Aus tiefer Dankbarkeit wollte ich diese Menschen irgendwann einladen, ihnen meine Zwillinge vorstellen und einfach gemeinsam Zeit verbringen. Doch bei der Suche nach einem passenden Ort stellte ich fest, dass es so einen Ort eigentlich gar nicht gab. Wir waren viele Erwachsene und mindestens zehn Kinder zwischen null und fünf Jahren. Es gab keinen geschützten Raum, an dem die Kinder spielen konnten, während wir Eltern uns austauschen, lachen und einfach einmal durchatmen konnten.
Gleichzeitig war ich selbst erst nach Schleswig-Holstein gezogen. Meine Heimat ist Hildesheim. Hier hatte ich keine Familie, kaum Kontakte und wusste aus eigener Erfahrung, wie einsam Elternschaft sein kann – besonders nach der Corona-Zeit. Viele Eltern-Kind-Kurse gab es nicht mehr, viele Angebote waren verschwunden oder mussten schließen.
Dabei war ich schon immer ein Mensch, der gerne gemütlich frühstücken oder einen Kaffee trinken geht. Doch mit Kindern fühlt sich das oft anders an. Wenn ein Kind lauter ist oder einfach Kind sein darf, spürt man schnell die Blicke. Man hat das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Gerade als Mutter fragt man sich oft, ob man überhaupt noch irgendwo unbeschwert hingehen kann.
Genau in diesem Moment entstand die Idee für das Café Nimmerland.
Einen Ort zu schaffen, an dem Familien nicht stören, sondern willkommen sind. Einen Ort, an dem Kinder lachen, toben und laut sein dürfen, weil genau das Kindsein bedeutet. Einen Ort, an dem Eltern andere Eltern kennenlernen, Freundschaften entstehen und niemand das Gefühl haben muss, allein zu sein.
Mit dieser Idee wandte ich mich an die Gründerhilfe. Von Anfang an durfte ich großartige Menschen kennenlernen, die an mich und meinen Traum geglaubt haben. Gemeinsam mit vielen Unterstützern und einem wunderbaren Team konnten wir Schritt für Schritt das aufbauen, was heute das Café Nimmerland ist.
Heute erfüllt es mich jedes Mal mit Freude, wenn ich sehe, wie Familien sich bei uns begegnen. Wie aus Fremden Freunde werden. Wie Kinder unbeschwert spielen, gemeinsam lachen und einfach Kinder sein dürfen – ohne bewertet zu werden.
Das Café Nimmerland ist für mich deshalb viel mehr als ein Café.
Es ist ein Ort der Begegnung, des Zusammenhalts und der Gemeinschaft.
Ein Ort, von dem ich mir damals selbst gewünscht hätte, dass es ihn gibt.
Und genau deshalb gibt es ihn heute.